Deutschland – was die Lebenskosten betrifft ein geteiltes Land

Der Immobilienmarkt ist ständigen Schwankungen unterworfen. Was die Mietpreise betrifft, sind aber schon seit vielen Jahren klare Tendenzen zu beobachten. Es gibt zum einen die Ost-West-Achse, aber es ist auch ein Nord-Süd-Gefälle bei den Mieten und den Wohnkosten zu beobachten. Abgesehen von Großstädten wie Hamburg ist es erheblich günstiger, im Norden Deutschlands zu leben, wie zum Beispiel in Niedersachsen. Vergleicht man die dortigen Mieten mit südlichen Bundesländern wie Baden-Württemberg oder Bayern, ist es deutlich günstiger im nördlichen Teil Deutschlands. Gleiches gilt für Ost und West: Vergleicht man die neuen mit den alten Bundesländern, scheint es sich immer noch um ein geteiltes Deutschland zu handeln. Aus den neuen Bundesländern sind viele abgewandert, Wohnungen stehen leer und Mieten fallen – eine vielleicht logische Konsequenz der politischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte.

Kostenvergleich Ost und West

Will man zwei Großstädte vergleichen, die im Osten und Westen liegen, bieten sich die beiden Metropolen Köln und Berlin an. Köln ist mit seiner geographischen Lage und seiner Nähe zum Ruhrpott ein perfektes Beispiel für eine Stadt der alten Bundesländer. Die Immobilien im Raum Köln sind ein knappes und vor allem teures Gut. Durch die starke Zerstörung der Kölner Innenstadt im Zeiten Weltkrieg gibt es vorwiegend Bauten aus den sechziger Jahren sowie Neubauten. Altbauten findet man dort kaum, höchstens in dezentralen Stadtteilen wie Lindenthal oder Nippes. Der Heizölpreis ist in Köln, genau wie die Mieten, weitaus höher als in Berlin. Allerdings sollte man beachten, dass durch die neuere Bauweise auch vielerorts die Isolierung der Wohnung besser ist und somit Heizkosten eingespart werden können. Im Gegensatz zu vielen Wohnungen in Berlin, die dort häufig eine Deckenhöhe von drei bis vier Metern haben, herrscht hier meist eine maximale Deckenhöhe von 2,50 Meter vor. Es handelt sich also um bedeutend weniger Raum, den man aufwärmen muss. Rechnet man die Mieten und die Lebenskosten zusammen, wird man dennoch auch in einem Berliner Altbau mit hohen Decken erheblich günstiger wohnen als in Köln, denn die Mieten sind – auch trotz steigender Preise – nach wie vor bezahlbar und liegen im Schnitt weit unter 10 Euro pro Quadratmeter.

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